Entwicklungsstufen des Rollenspiels

Kinder durchlaufen während ihrer Entwicklung verschiedene Stufen des Rollenspiels. Diese sollen hier kurz vorgestellt werden.

Nachahmungsspiel:

Das Kind ahmt Tätigkeiten nach, versetzt sich aber nicht in eine andere Rolle.

Beispiel: Das Kind spielt mit einer Pferdfigur und ahmt Hufgeklapper oder Wiehern nach, während es die Figur bewegt.

Einfaches Rollenspiel:

Das Kind spielt eine Rolle und ahmt Handlungen nach, die es damit verbindet.

Beispiel: Das Kind striegelt nach dem Ausritt das Pferd, füttert es und bringt es auf die Koppel oder in den Stall. Es schlüpf also in die Rolle des Reiters.

Kollektives Rollenspiel:

Das Kind beschäftigt sich mit dem gleichen Rollenspielthema, wie andere Kinder in seiner Nähe. Die Kinder sprechen sich manchmal an, erwarten aber keine Antwort (kollektiver Monolog). Das Spiel der einzelnen Kinder läuft parallel und ist nicht auf das Spielverhalten Anderer bezogen.

Beispiel: Mehrere Kinder spielen mit Pferden und benutzen die gleiche Koppel oder den gleichen Reitweg.

Soziales Rollenspiel - Stufe 1:

Das Spiel von mindestens zwei Kindern ist auf einander bezogen. Der Schwerpunkt des Spiels liegt in der Handlung. Kommunikation zwischen den einzelnen Kindern nimmt zu. Über Gefühle oder Gedanken wird sich noch nicht ausgetauscht.

Beispiel: Die Kinder verabreden gemeinsame Ausritte, sprechen die Strecke ab oder teilen unter sich die Versorgung der Pferde danach. Weitere Rollen werden in das Spiel miteinbezogen. Passanten, die unterwegs getroffen werden beispielsweise oder der Stallbesitzer.

Soziales Rollenspiel - Stufe 2:

Die Handlungen im Spiel werden komplexer. Längere verbale Absprachen werden nötig. Spielregeln werden festgelegt und Handlungen werden begründet und erklärt.

Beispiel: Die Kinder verteilen die Rollen vor und während des Spiels. Sie begründen, warum ihre Pferde versorgt werden müssen, diskutieren über die Reitstrecke. Passanten beschweren sich, dass immer wieder Pferdeäpfel auf dem Weg liegen oder die Pferdebesitzer reden mit dem Stallbesitzer über größere Boxen für ihre Pferde.