Was ist Rollenspiel?

Nun, diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Fast auf jeder Internetseite über Rollenspiel (und davon gibt es jede Menge) gibt es Versuche, das Thema zu erläutern, meistens über mehrere Seiten, mit vielen Beispielen, und alle enden sie mit den Worten: "Wer immer noch nicht verstanden hat, soll einfach mitspielen!"

Aber man sollte nicht aufgeben. Also, hier noch ein Versuch!

Es ist, wie der Name schon sagt, ein Gesellschaftsspiel, bei dem man die Rolle einer erdachten Person, des sogenannten Charakters, übernimmt und versucht, in einer erdachten Realität so zu agieren, wie dieser Charakter das wahrscheinlich tun würde. So kann man als Mann eine Frau spielen und umgekehrt; einen Zwerg oder einen Marsbewohner; jemanden, der über magische Kräfte verfügt oder zu fernen Planeten reisen kann; jemanden aus der Zukunft oder aus der Vergangenheit. Es gibt einfach unendlich viele Möglichkeiten!

Hört sich ja einfach an, oder? Ganz so einfach ist es allerdings doch nicht.

Um mehr Struktur und Orientierung zu gewährleisten weisen alle Rollenspielsysteme eine vielzahl von Regeln und Richtlinien auf. Mit ihrer Hilfe werden die Heldenfiguren erschaffen, sie setzen einen Spielrahmen und bieten Orientierungshilfen, was möglich und was unmöglich ist. Die Regelwerke sind meist sehr umfassend, bieten gleichzeitig aber auch einigen Spielraum für die Spieler und den Spielleiter gleichermaßen.

Das war aber immer noch nicht alles!

Wenn man die Regeln als Rahmen ansieht, dann ist die Spielwelt die Leinwand. Einen kleinen Einblick kann man beispielsweise in der Rubrik Lunaria erhaschen. Die Spielwelt ist für jedes Rollenspielsystem sehr wichtig, da sich dort die gesamte Handlung des Rollenspiels abspielt. Die Spielwelten sind oft ebenso komplex, wie die reale Welt, mit einem Unterschied: In unserer Welt ist Gut und Böse oft schwer zu erkennen, oft ist es eher grau, anstelle von schwarz und weiß. In den meisten Fantasiewelten ist die Unterscheidung zwischen Gut und Böse oft einfacher, obwohl es auch dort viele Grautöne gibt. Das hilft den Spielern ihren Rollen als Helden gerecht zu werden und Schurken von Unschuldigen einfacher zu trennen.

Aber keine Panik!

Als Spieler braucht man von diesen Dingen nicht ganz so viel zu wissen, dafür ist ja der Spielleiter da.

Der Spielleiter aber braucht einiges an Erfahrung und eine gewisse Grundeinstellung, damit das Rollenspiel sein Potential entfalten kann. Er muss in der Lage sein die Bedürfnisse der Spieler wahrzunehmen und in das Spiel zu integrieren. Er muss die Fähigkeit besitzen, alternative Lösungsmöglichkeiten anzubieten, aber auch die anzunehmen, die durch die Spieler eingebracht werden. Er muss flexibel auf die aktuelle Situation eingehen können und fungiert außerdem als Vermittler bei Streitigkeiten innerhalb der Spielgruppe. Außerdem muss er schwächere Mitspieler anleiten und starke Spieler bremsen können, ohne dass die Spieler ein Gefühl der Bevormundung oder Abwertung erleben. Wenn man dann noch die allgemeinen Aufgaben eines Spielleiters mit einbezieht (Entwicklung und Planung der Geschichte, die Vor- und Nachbereitung einer Spielsitzung, die Kenntnisse der Spielregeln usw.), stellt man fest, dass der Spielleiter eine schwierige und wichtige Aufgabe zu erfüllen hat.