Kategorien des Rollenspiels

Papier- bzw. Tisch- bzw. Pen&Paper-Rollenspiel

(darunter auch Storytelling)

Zuerst einmal soll an dieser Stelle Fantasy-Rollenspiel, das auch Papierrollenspiel oder Pen&Paper genant wird, eingegangen weden. Hierfür benötigt man, wie der Name übersetzt schon sagt, nur einen Stift und einige Blätter Papier , dazu noch ein paar Würfel und als Hauptbestandteil - Fantasie! Bei dieser Art von Rollenspiel sitzen die Spieler an einem Tisch, auf dem sie ihre Charakterbögen, Würfel, Regelbücher, und meistens etwas zu Essen und zu Trinken usw. verteilen. Es wird viel geredet, diskutiert, gestikuliert, gewürfelt, in Regelwerken nachgeschaut, gerechnet, in den Charakterbögen rumgekritzelt, radiert, skizziert und so weiter und so fort...

Ein Teilnehmer, neben dem sich besonders viel Papier nebst einigen Büchern stapelt, sitzt entweder verschanzt hinter einem Sichtschirm, oder mit einem überquellenden Ringbuch auf den Knien. Es ist der Spielleiter. Unter diesen ganzen Büchern und Regelwerken gibt es welche, die über die Spielwelt erzählen, dann gibt es andere, welche die Einwohner dieser Welt beschreiben (Menschenrassen aber auch Götter, Pflanzen, Monster und andere seltsame Kreaturen), und es gibt auch Handbücher, in denen einfach nur Spielregeln stehen. Manchmal ist es der Spielleiter selbst, der die Spielwelt und die Regeln ausdenkt, dann braucht die Gruppe keine Regelbücher.

Die Spieler haben alle einen sog. Charakter, (gemeint ist hier natürlich die Rolle), den sie durch die Abenteuer, die ihnen der Spielleiter vorgibt, führen. Der Charakter wird auf einem Charakterbogen beschrieben, aber natürlich nicht so, wie beispielsweise in einem Roman. Die ganzen Charakteristika der jeweiligen Figur, seine Eigenschaften (wie z.B. Schönheit, Stärke, Intelligenz und dergleichen mehr auf einer Skala von 1-18) und Fähigkeiten (wie gut er z.B. Fremdsprachen spricht, kocht, klettert oder Auto fährt), sind in Form von Zahlen festgelegt. Die Zahlenwerte ergeben sich aus der Kombination von zufälligen Würfelergebnissen und Berechnungsformeln, die bei jedem Spielsystem unterschiedlich sind. Hinzu kommen äußerliche Merkmale, Beruf, Herkunft und Ausrüstung... Die Charakter werden beim aller ersten Treffen der Spielgruppe erschaffen und werden dann über mehrere Wochen, Monate oder oft sogar Jahre gespielt.

Das Spiel selber läuft also nur durch Gespräche ab. Der Spielleiter denkt sich, ähnlich wie bei einem Drehbuch, eine mögliche Geschichte aus, die die Spieler bzw. die von ihnen dargestellten Charaktere erleben. Er ist hierbei der einzige, der alle Hintergründe kennt. Seine Aufgabe ist es, die Geschichte einzuleiten, die Personen darzustellen, auf die die Spielercharaktere treffen und von denen sie Informationen und Aufgaben erhalten, und flexibel genug zu sein, um alle Entscheidungen der kooperierenden Spieler in die Geschichte miteinzubeziehen und deren Verlauf ständig anzupassen. Das Abenteuer ist demnach jederzeit durch die Spieler und den Spielleiter veränderbar, aber zum Teil wird es auch durch Zufall bestimmt. Das bedeutet, dass über Erfolg oder Misserfolg des Charakters in seinem jeweiligen Vorhaben oft Würfelglück entscheidet.

Die Abenteuer, oder Szenarien, die der Spielleiter selbst entwirft oder kommerziellen Abenteuer-Büchern entnimmt, haben immer ein Ziel: z.B. eine Prinzessin den Klauen des bösen Drachen zu entreißen, einen Verbrecher zu überführen, einen Schatz zu finden oder einen Planeten vor dem Angriff der Aliens zu bewahren. Für das Erreichen des Ziels, für das Besiegen des Gegners, aber auch für gute Ideen, die der Party (so heißt die Gruppe der von den Spielern gespielten Helden im Rollenspiel-Jargon) helfen, oder einfach nur für gutes Rollenspiel vergibt der Spielleiter Erfahrungspunkte, die dem Spieler die Möglichkeit geben, eine Stufe aufzusteigen und seinen Charakter zu verbessern.

Zum besseren Verständnis von Rollenspiel sollte man noch bemerken, dass es ein ziemlich flexibles Spiel ist, es wird nicht immer nur gewürfelt und in den Regelbüchern nachgeschlagen. Es gibt beispielsweise genügend Spielleiter, die beim Pen&Paper-Rollenspiel ein Spielbrett benutzen, um den Spielern eine bestimmte Situation, z.B. einen Kampf, möglichst genau zu beschreiben. Andererseits gibt es Rollenspielsysteme, die ursprünglich als Pen&Paper entstanden sind, von vielen Rollenspielern aber als Live-Rollenspiel gespielt werden. Es ist wohl auch nicht so wichtig, was für System man spielt oder was für Art von Rollenspiel einem zusagt. Viel wichtiger ist die Kommunikation zwischen den Spielern und Spaß.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, sind hier ein paar Arten von Papierrollenspiel aufgelistet, jeweils mit einigen Namen der Spielsysteme:

Historisch:
Mittelalter, Steinzeit, Askalon, Ars Magica, GURPS, Askalon, Celtica, Darklands, Sphinx,...

Fantasy:
Mittelerde, Advanced Dungeons& Dragons, DSA, Midgard, Samyra, 7. See,...

Kriminalistisch:
Murder, James Bond,...

Science Fiction:
Star Wars, Space Gothic, Star Trek, Apex, Space Opera, ShadowRun

Horror:
Werewolf, Vampire, Call of Cthulhu, KULT, Magna Veritas, In Nomine Satanis...

Parodie:
Power, Plüsch&Plunder, Tunnels&Trolls, Scheibenwelt, Toons...

Tabletop:

Warhammer, Battletech,...

Bei Tabletop sollte man sich ein großes Spielbrett vorstellen, das je nach Szenario mit Hilfsmittel wie Mauern, Wäldern, Gebäuden etc. neu gestaltet werden kann. Die im Spiel vorkommenden Charaktere werden hierbei als Miniaturfiguren eingesetzt. Nun wird das Abenteuer mit Hilfe von Würfeln und "Ereigniskarten" gespielt, wobei der Spieler nun weniger seine Vorstellungskraft einbringen muss, da er die Situation (soweit einsehbar) vor sich hat. Tabletop ist die älteste Art von Rollenspiel, die aus den Schlachten-Simulationen bei Militär entstanden ist. Deswegen werden beim Tabletop heute noch ziemlich ausführliche Kampf-Szenarien gespielt.

LARP (Live Action Role Playing)

in Form von Cons oder abendlichen Treffen

Beim LARP, dem Live-Action-Role-Playing, also dem Live-Rollenspiel wird z.B. eine Burg o.ä. gemietet, eine entsprechende Atmosphäre geschaffen, die Spieler kleiden sich wie ihre Charaktere und spielen diese nach einem von der Spielleitung vorgegebenem Hintergrund. Da bei allen Arten von Rollenspiel oft gekämpft wird, muss man zur Beruhigung erwähnen, dass LARP-Spieler Latex-Waffen benutzen.

Computer- und Konsolen-Rollenspiele

(Fallout, Gothic, NeverWinterNights, Baldur`s Gate ...)

Bei Computer-Rollenspiel wird die Spielwelt vom Rechner simuliert, die Veränderungen des Charakters (sein Aussehen, seine Ausrüstung, sein Können) kann man nun in vielen Fällen direkt ansehen. Im System werden per Zufallsgenerator versteckte Würfelproben gemacht, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden und vom Können des Helden, aber auch ein wenig vom Würfelglück abhängen. Diese Art von Rollenspiel wird zumeist von einer einzigen Person gespielt, obwohl es auch Online-Rollenspiele gibt, die am einfachsten als eine Mischung aus Computer-Rollenspiel und Chat-Room beschrieben werden können, da die Spieler über das Internet kommunizieren und interagieren können.

Sammelkartenspiele (Trading Card Games):

Dark Force, Magic The Gathering

Sammelkartenspiele sind Kartenspiele mit oftmals mehreren hundert verschiedenen Karten, die zu zweit gegeneinander gespielt werden. Die Karten werden üblicherweise im Packet von mehreren Karten verkauft, ähnlich wie Sammelfußballbildchen. In den Paketen gibt es Karten, die einen höheren Seltenheitswert haben als andere, je nachdem wie oft diese vorkommen. Um sämtliche Karten zu bekommen, oder zumindest diejenigen, die man braucht, muss man sie also sammeln, handeln oder tauschen.

Post- bzw. Brief- bzw. Mail-Spiele

Bei einem Postspiele verabreden zwei oder mehrere Spieler (je nach Spiel auch einige Tausend), welche im Besitz des Regelwerkes zum jeweiligen Spiel sind, zu einer Spielpartie. Nun eröffnet der Spielleiter die Partie und sendet jeden Spieler individuelle Informationen über die Ausgangssituation zu. Diese reagieren darauf und schicken dem Spielleiter ihren Zug zurück. meist gibt es dafür einen Zugabgabetermin. Normalerweise handelt es sich um einen Zeitraum von einigen Tagen, manchmal zwei Wochen oder gar einen Monat. Die Züge der einzelnen Spieler werden ausgewertet und an die Spieler zurückgesandt usw. So wie bei allen anderen Spielen auch üblich, gibt es auch in diesem Spiele-Genre Hunderte von unterschiedlichen Spielen, mit verschiedenen Graden von Komplexität und Dauer. Generell kann man sagen, dass ein Postspiel sehr lange dauert.